Fahrsicherheitstraining bei Lüneburg mit Kroschke Car Logistic
waldorf Sonntag, 10. Februar 2008
Am Samstag den 9.2. war es endlich soweit. Fast alle Kollegen der Kroschke Car Logistic NL Hamburg waren bereits nach der Ankündigung des Fahrsicherheitstraining PKW begeistert gespannt und trugen sich in die ausgehängte Liste ein. Schon jetzt hatten wir viel Spaß und einige Erwartungen. Organisiert wird das Fahrsicherheitstraining durch die Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung. Unser oberstes Ziel sollte es sein wenigstens einen SMART loszuwerden. Helmut und ich sorgten auch gegen den Widerstand unseres Niederlassungsleiter Thomas mit der nötigen Phantasie für die unmöglichsten Zerstörungsszenarien. Sollten wir doch endlich erlöst werden von diesen unmöglichen Zulasserkrankenfahrstühlen. Es sollte anders kommen…
Weiter im Text gehts hier und für ungeduldige hier die ganze Galerie:
Viel Spaß beim weiterlesen!
Um 9:00 Uhr trafen sich die meisten in der Niederlassung Hamburg um gemeinsam die letzten Bedenken zu zerstreuen und die Erkennungsmarken zu prüfen. Manchmal ist diese das einzige was man noch aus PKW Wracks bergen kann.
Los ging es Richtung Lüneburg.
Zwischen Embsen und Melbeck betreibt der ADAC ein großes Fahrsicherheitszentrum. Angeschloßen sind ein Hotel, eine Outdoor Cartbahn und ein Trialgelände. Das Wetter konnte schöner nicht sein. Wolkenlos bei ca. 10 Grad C. trafen wir gegen 10:00 Uhr auf dem Gelände ein und Helmut begann Kolleginnen aus Goslar zu beschnuppern. Unsere Kolleginnen haben sich ausdrücklich an die Weisung gehalten sicheres Schuhwerk und warme praktische Kleidung zu tragen. Das war bei den anderen auswärtigen Kolleginnen irgendwie nicht so konkret umgesetzt worden. Das führte dazu das sich Helmut mit mir bei Thomas, unserem Niederlassungsleiter, für einen Mitarbeitertausch zwischen den Niederlassungen Goslar und Hamburg zwecks Erfahrungsaustauch stark machten. Kopfschüttelnd und verständnislos kommentierte Britta das Balzverhalten um die hochhackigen Blondinen mit dem Spruch “… ja, andere Generation!”. Ja, Britta: Das waren echte Hennen und keine Küken.
Nach dem uns unsere Instruktoren vorgestellt wurden gingen wir mit unserem Herrn Adam in ein Konferenzzimmer in dem wir zunächst unsere Erwartungen besprachen und ein wenig Theorie zur Einstimmung vermittelt bekamen. Auch hier, wie später in der Praxis in den einzelnen Übungs Modulen, wurde bereits klar, das jeder seine eigene Einstellung zu Kraftverkehr, Autotechnik und defensiven Fahren hat. Auch wurden in dieser halbstündigen Einführung sämtliche Klischees bedient: Frauen sind defensiver - Männer technikgläubig und agressiver. Genau darum sollte es gehen. Zukünftig Gefahren zu vermeiden durch Erfahrung der Grenzbereiche von Technik und Mensch sowie bewußten Abbau von Stressfaktoren. Gelassen freuten wir uns auf die Praxis. Wir hatten immer noch 2 Smarts…
Wir folgten unserem Instruktor in seinem Daimler mit unserem fast kompletten Fuhrpark: dunkelblauer Polo, silberner Polo, cremetarnfarbener Smart, dunkler Smart, silberner Fiesta, babyblauer Corsa. Ein wenig war ich stolz auf diese bunte Zirkustruppe. Betrachtete man die anderen Kroschke Teilnehmer, so viel schnell auf das sie alle in ihren Uni-Silberfarbenen Dienstwagen angereist sind. Noch bewahren wir uns damit in Hamburg ein kleines Stück Unabhängigkeit und eigenen Charakter. Herr Adam begann damit uns Funkgeräte zu verteilen, die Wichtigkeit der richtigen Sitzposition klarzumachen und wies uns in die erste praktische Übung ein: Slalomfahren aus mäßiger Geschwindigkeit. Wir hatten uns zunächst an die ungewohnt korrekte Sitzposition zu gewöhnen. Als nächstes folgte die Vollbremsung! Auf trockener und griffiger Fahrbahn sollten wir mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten von 30 bis 50 zum Stehen kommen. Die erste Erfahrung war die Erkenntnis über die tägliche persönliche Einstellung und das Missverständnis von Geschwindigkeit. “Nur 10 km/h schneller können schon nicht so schlimm sein”. Der Unterschied waren einige Meter Anhalteweg mehr und grössere Geschwindigkeit auf den letzten Metern als gedacht.
Wir gingen nun erstmal in die verdiente Mittagspause und stürmten dass Buffet. Die Qualität der Speisen war in Ordnung. Der Service hat aber wohl vergessen einige Instrumente vom vorrangegangenen Gynäkologenkongress von dem Tisch zu entfernen. Wir dachten tatsächlich das es sich um moderne Salzstreuer handelte.
Anschliessend nutzten einige die Zeit um in der angrenzenden Outdoor Kartbahn die jungen Rookies auf ihren fliegenden Rasenmähern zu beobachten. Gerne wären wir auch mitgefahren. Die Kroschke Entertainment Gruppe beschloß darauf hin auch so ein Event einmal ins Auge zu fassen. Britta nutzte die spärlichen Sonnenstrahlen um sich bei fernöstlichen Meditationsübungen in die Erfahrungswelt von Stubenfliegen zu versetzen.
Das nächste Modul nach dem Mittag sollte feucht fröhlich werden. Nicht der langerwartete und leider abgesetzte Punkt “Fahren unter Alkoholeinfluss” sondern bremsen auf nasser Fahrbahn (oder Fahrbahn mit geringerer Reibung) stand an. Auf dem modernen Gelände wurden die Hindernisse nicht mehr durch Schaumstoffblöcke sondern durch Wasserfontänen simuliert. Zunächst sollten wir mit einer geringen Geschwindigkeit von 40 bis 50 km/h vor der plötzlich auftauchenden Wasserwand mit einer Vollbremsung zum Stehen kommen. Die erste Hälfte unseres Teams tastete sich langsam an die richtig zu wählende Geschwindigkeit heran, die andere Hälfte beobachtete die unterschiedlichen Fahrer- Fahrzeugkombinationen und las gespannt die Geschwindigkeiten von einem großem Display ab. Wer zu schnell unterwegs war bekam eine spaktakuläre Unterbodenwäsche. “Kassieren tue ich später…” scherzte Herr Adam. Auch bei dieser Übung erfuhren wir das nur geringste Geschwindigkeitsunterschiede von nur 1 bis 3 km/h darüber entschieden ob man Carwash oder Carcrash erlebte. Nach dem mehrmaligen durchfahren des Moduls und dem fliegendem Wechsel der Fahrer wurde die Übung verändert. Nun sollten wir bei steter Vollbremsung das Hindernis umfahren. Dank ABS waren zwar alle Fahrzeuge selbst mit dem Fuss auf der Bremse weiterhin lenkbar, doch immer noch entschied die Geschwindigkeit darüber ob man das Hinderniss touchierte oder man durch Funk ein “Klasse gemacht…” vernahm. Während dieser Übung viel dem Instruktor das eigenwillige Bremsverhalten eines Smart auf. Nach der Inspektion der Reifen sorgte die bei dem Wagen entdeckte eigenwillige Mischbereifung für Diskussionsstoff. Zum Glück war unser fähigster Fahrer auf diesem Fahrzeug eingesetzt. Stefan meisterte auch weiterhin mit der Erfahrung des schnellsten Brötchenkuriers Hamburgs und diesem Smart alle Übungen.
Es folgte ein kreisförmiges Modul in dem wir das Fahrzeugverhalten in Kurven testen konnten. Auch hier entschied nur ein kleiner Geschwindigkeitsunterschied zwischen Abflug oder Spurtreue. Auszuprobieren galt auch Lastwechselreaktion durch Gaswegnehmen und kurzes anbremsen. Durch das anbremsen zogen fast alle Wagen unmittelbar wieder kontrolliert in die alte Spur. Wieder war klar das nur durch Fahrtabbau eine kritische Situation entschärft werden konnte. Der Corsa entpuppte sich trotz seines Frontantriebs zum Piruettenkünstler. Er neigte zum deutlichen übersteuern. Der Instruktor machte uns klar das die verwendeten Reifen zwar ausreichendes Profil, wohl aber einen für dieses Fahrzeug ungeigneten Profilschnitt hatte. Das von den Vorderreifen verdrängte Wasser landete warscheinlich unter die in einer Kurve entlasteten Hinterräder und machten diesen die Haftung noch schwerer. Erstaunlich hielten sich bei dieser Übung die Smarts in der Spur. Diese waren mit ESP ausgestattet und verhinderten durch gezieltes abbremsen einzelner Räder das ausbrechen sowie das übertriebene Beschleunigen. Zum tanzen waren sie also ungeeignet. Der Corsa war hier ungeschlagen in seiner Königsdisziplin.
Die Dämmerung nahte mit dem letzten Übungsmodul. In diesem wurden Fahrbahnbeläge unterschiedlicher Haftung unter den rechten und linken Achsen dargestellt. Wieder sollten wir zunächst unsere Einschätzung abgeben wie wohl das Fahrzeug mit ABS sich bei einer Vollbremsung verhalten würde. Die Einschätzungen gingen von ausbrechen bis hin zu keiner vernehmbaren Abweichung. Und tatsächlich, ein Fahrzeug mit funktionierendem ABS lässt sich auch so nicht aus der Spur bringen. Sogar als wir aufgefordert wurden die Hände vom Lenkrad zu lassen, kam der Wagen spurtreu zum Stehen. Die untergehende Sonne tauchte die Silhouette in einen schönen roten Schein. Nach der Abschlußbesprechung und der Überreichung der Teilnahmeurkunden neigte sich ein interessanter Tag dem Ende entgegen. Jetzt mussten wir nur noch wieder nach Hause fahren. Irgendwie hatte ich das Gefühl das sogar Helmut mit den gewonnenen Erfahrungen etwas anders fuhr.
- Kroschke Car Logistic
- Kommentare(3)


Leider sehe ich mich gezwungen, die letzte Aussage dieses wirklich gelungenen Artikels zu dementieren…Wer bei einer durschnittlichen Geschwindikeit von 140 km/h auf einer durchschnittlich stark befahrenen Autobahn mit der einen Hand an der Lautstärkeregelung seines Autoradios herumfingert und mit der anderen Hand verzweifelt versucht, die Freisprechfunktion aus seinem Handy zu entfernen, der hat meines Erachtens nach bei dem Punkt “Stessoren” nur mit dem “bösen” Ohr zugehört..(Ja Helmut, ich meine DICH)
P.S. Möge mich bitte jemand in ein Gehege mit ausgehungerten Raubvögeln werfen, damit ich niemals eine solche Henne werden muss..
Ein super Bericht *Daumen heb*
Vor lachen bin ich fast aus meinem Knuddelkissen gekullert, als ich den letzten Satz vom Küken gelesen habe.
Moin Rolle,
ein super, super Bericht: “alle Daumen incl. der beiden grossen Zehen heb” - du kennst ja die Stellung…..*grins*
Ansonsten muss ich Dir wirklich ein grosses Lob aussprechen, Du hast das Geschehen des Tages sehr gut und mit vielen kleinen Details wiedergegeben, aber dabei nicht vergessen, die entsprechenden Pointen an die richtigen Stellen zu setzen.
Und zu dem Küken da oben sei nur soviel gesagt: mit einem Punto würde ich solche Kunststücke auch nicht machen…….*grins*
Der wichtigste Teil des Artikels befasst sich meiner Meinung nach allerdings ein wenig zu kurz mit unserem anvisierten Mitarbeiteraustausch, da sollten wir beide nochmals ein ausgiebiges Gespräch drüber führen……
Ansonsten wünsche ich Euch beiden noch einen wunderschönen Sonntagabend……:-))
Lieben Gruss
Helle